Jahrzehntelang wurde Bangkoks internationales Image vor allem mit Nachtleben, Exzessen und Sextourismus verbunden. Das ZDF kam nach Thailand, um eine ganz andere Seite des Landes zu dokumentieren: den wachsenden Fokus auf Wellness und Longevity. Die Auslandsjournal-Dokumentation „Forever Young in Thailand“ lief im August 2026, und ich bin Teil davon.
Der Beitrag über mich beginnt mit etwas, das ich mehrmals pro Woche mache: Rotlichttherapie für den ganzen Körper. Sie ist eines der Recovery- und Longevity-Tools, mit denen ich experimentiere, meist 10 bis 15 Minuten lang und kombiniert mit Atemübungen.
Ich habe in den vergangenen 15 Jahren viel Zeit in Bangkok verbracht, bin aber erst ein Jahr, bevor das ZDF-Team kam, fest hierhergezogen. Ein Burnout war der Grund, warum ich schließlich geblieben bin. Ich hatte mir eine Karriere aufgebaut, in der ich ständig unterwegs und ständig online war, genau die Art von Tempo, die einen irgendwann kaputt macht.
Jahrelang habe ich bei diesem Tempo Schlaf, Ernährung und Regeneration vernachlässigt, und irgendwann hat mich das eingeholt. Freunde in Bangkok erzählten mir von IV-Therapie. Ich war neugierig, habe mich ausführlich informiert und dann einen Termin bei Healthi Life gebucht. Das war der Anfang meiner Longevity-Reise, die ich jetzt öffentlich dokumentiere.
Wie Dr. Petch, meine Ärztin bei Healthi Life, in der Dokumentation erklärte:
Bei Longevity geht es vor allem darum, die Gesundheitsspanne zu verlängern, nicht nur die Lebensspanne. Die Lebensspanne ist einfach, wie lange man insgesamt lebt. Wenn man 100 Jahre alt wird, die Gesundheitsspanne, also die Jahre in guter Gesundheit, aber nur 80 dieser Jahre umfasst, verbringt man 20 Jahre in schlechter Gesundheit. Unser Ziel ist es deshalb, diese beiden Zahlen so nah wie möglich zusammenzubringen.
Dr. Sarassawadee Suwanjinda, MD (Petch), Co-Founder & Chief Medical Strategy Officer, Healthi Life, Bangkok
Gefilmt wurde unter anderem, wie ich meine eigenen Ergebnisse durchgehe: ein Heft, das das biologische Alter einzelner Organsysteme zusammen mit den Entzündungsmarkern in meinem Körper aufschlüsselt.
„Hier ist eine Übersicht über das Alter meiner Leber, meiner Lunge, meines Herzens und die Entzündungsmarker in meinem Körper. Das gibt ein ziemlich gutes Bild davon, wo ich noch optimieren kann, wo ich mich noch verbessern kann.“

Es ist seltsam, das Schwarz auf Weiß zu sehen. Aber genau diese Art von konkretem Detail macht aus dem vagen Vorsatz „gesünder werden“ eine klare Liste dessen, woran ich als Nächstes arbeiten muss.
In einem Beitrag vom Mai 2026 beschrieb die Tourism Authority of Thailand (TAT) den Wandel des Landes von einer jahrzehntelangen „Medical Hub“-Strategie hin zu einem breiteren Ansatz unter dem Motto „Healing is the New Luxury“, unterstützt durch medizinische Visa, die Aufenthalte von bis zu 90 Tagen ermöglichen.
Das Land verbindet medizinische Expertise und Diagnostik zunehmend mit der Hotel- und Wellness-Infrastruktur, die es rund um den Tourismus bereits aufgebaut hat. Ein umfassender Longevity-Check in Bangkok kann laut TAT rund 60 % weniger kosten als eine vergleichbare Untersuchung in den USA oder in Europa, eine Zahl, über die auch The Nation Thailand berichtet hat.
Und das beschränkt sich nicht auf Bangkok. Vom „Longevity 5.0“-Konzept des Global Institute of Aesthetics, das KI, prädiktive Analytik und regenerative Medizin zusammenbringt, bis zu etablierten Wellness-Destinationen wie Chiva-Som in Hua Hin und Kamalaya auf Koh Samui setzt Thailands Wellnessbranche zunehmend auf personalisierte, datenbasierte Ansätze für Gesundheit.
Ich wollte wissen, ob sich dadurch tatsächlich der Markt verändert oder nur die Sprache, mit der er beschrieben wird. Also habe ich Dr. Jason Culp, Research & Development Director bei Chiva-Som, gefragt, was er bei seinen Gästen beobachtet.
Wir sehen auf jeden Fall einen Wandel darin, wie Gäste mit ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden umgehen. […] Gäste interessieren sich zunehmend proaktiv für ihre langfristige Gesundheit, mit größerer Neugier auf Prävention, personalisierte Gesundheitsanalysen und Strategien, um ihre körperlichen und kognitiven Fähigkeiten im Alter zu erhalten. […] Bei Chiva-Som ist ein besonders auffälliger Trend das wachsende Interesse daran, die eigenen Gesundheitsdaten zu verstehen und zu erfahren, wie sie zu sinnvollen Veränderungen im Lebensstil führen können. Gäste sind zunehmend mit diagnostischen Tests, Biomarkern und Wearables vertraut, suchen aber auch professionelle Begleitung, um diese Informationen in konkretes Handeln zu übersetzen.
Dr. Jason Culp, Research & Development Director, Chiva-Som International Health Resort, Hua Hin
Thailands Longevity-Geschichte hat aber auch eine andere Seite, die ganz ohne Technologie auskommt. Die TAT verweist auch auf Konzepte wie Sinn, Gemeinschaft und Blue-Zone-Prinzipien, ebenso wie auf Zutaten wie Kurkuma, Galgant und Zitronengras, die seit Generationen Teil der thailändischen Küche sind.
Als ich ihn fragte, was Thailand für Longevity-Reisende besonders macht, nannte Dr. Culp zuerst genau diese Seite.
Bei Longevity geht es nicht einfach darum, das biologische Alter zu messen oder die neuesten medizinischen Technologien einzuführen. Es geht genauso darum, wie wir leben, mit Stress umgehen, bedeutungsvolle Beziehungen pflegen und unser körperliches, geistiges und emotionales Wohlbefinden bewahren. […] Letztlich sollte sich das Ziel von Longevity nicht nur an der Zahl der Jahre messen, die wir leben, sondern auch an der Qualität und Bedeutung, die wir diesen Jahren geben.
Dr. Jason Culp, Research & Development Director, Chiva-Som International Health Resort, Hua Hin
Vincent Caradec, der Healthi Life leitet, sieht denselben Wandel aus der Perspektive der Klinik.
20 Jahre lang hat Thailand der Welt Eingriffe verkauft: Man flog für eine Operation oder einen Check-up ein und flog wieder nach Hause. Ich glaube, in den nächsten 10 Jahren wird es um etwas gehen, das sich schwerer verpacken lässt, nämlich gesunde Jahre. Die Schweiz, Deutschland, Singapur und die USA praktizieren alle hervorragende Longevity-Medizin, aber meist entweder als Luxus-Retreat, das man einmal macht, oder als klinischen Termin zwischen zwei Meetings. Was Thailand bieten kann, ist seriöse Diagnostik mit echter Herzlichkeit drumherum, zu einem Preis, bei dem es realistisch ist, alle 3 bis 4 Monate wiederzukommen. Und bei Longevity zählt der zweite Besuch mehr als der erste.
Vincent Caradec, CEO & Co-Founder, Healthi Life, Bangkok
Was das ZDF eingefangen hat und was der TAT-Artikel aus Sicht der Regierung bestätigt, ist derselbe Wandel, über den ich hier schon eine Weile schreibe. Thailand nimmt die Wellness-Infrastruktur, die es über Jahrzehnte aufgebaut hat, und ergänzt sie um eine neue Ebene aus Diagnostik, medizinischer Expertise und Longevity-Technologie.
Für mich ist dieser Wandel besonders interessant, weil ich nicht wegen Longevity nach Bangkok gekommen bin. Ich bin gekommen, weil ich meine Art zu leben ändern musste. Jetzt versuche ich herauszufinden, wie ich eine gesündere Version dieses Lebens aufbauen kann, ohne auf die Dinge zu verzichten, die ich daran liebe.
Die vollständige Dokumentation gibt es in der ZDF Mediathek: „Forever Young in Thailand“.
Transparenzhinweis: Ich bin Founding Ambassador von Healthi Life und dokumentiere dort seit Mai 2026 mein eigenes Longevity-Programm. Die Zitate von Dr. Jason Culp und Vincent Caradec wurden aus dem Englischen übersetzt.
